Zwischen Oktober und Februar steigen die Einbruchszahlen jedes Jahr an. Das hat nichts mit Zufall zu tun, sondern mit Licht: Wenn es um 17 Uhr dunkel ist und die Fenster noch unbeleuchtet sind, sieht ein Täter von der Strasse aus, dass niemand zu Hause ist. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein und nennt zehn Massnahmen, die Sie grösstenteils noch am selben Abend umsetzen können.
Die Zahlen für die Schweiz
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 weist für die Schweiz 34'755 Einbruchdiebstähle aus. Das sind 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht rund 128 Fällen pro Tag (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025).
Die Zahl allein sagt wenig aus, ihre Verteilung dafür umso mehr. Die Fälle häufen sich in den dunklen Monaten von Oktober bis Februar, und innerhalb des Tages liegt der Schwerpunkt am frühen Abend zwischen etwa 16 und 20 Uhr. Es sind also nicht die Nachtstunden, in denen die meisten Täter unterwegs sind – es ist die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Feierabend.
Zwei weitere Beobachtungen aus der Praxis, die sich mit den polizeilichen Auswertungen decken: Ein erheblicher Teil der Taten bleibt im Versuchsstadium stecken, wenn die Mechanik ordentlich ist oder ein Alarm auslöst. Und die meisten Täter geben auf, wenn sie nicht innert weniger Minuten drin sind.
Warum ausgerechnet die Dämmerung
Ein unbeleuchtetes Haus ist im Dunkeln eine öffentliche Ankündigung. Zwischen 16 und 20 Uhr sind viele Haushalte noch bei der Arbeit, im Verein oder beim Einkaufen. Von der Strasse aus ist auf einen Blick erkennbar, wo kein Licht brennt, wo die Rollläden seit Tagen unverändert stehen und wo sich niemand bewegt.
Dazu kommt: Frühe Dunkelheit gibt Deckung. Wer sich an der Rückseite eines Hauses an einer Terrassentür zu schaffen macht, wird kaum gesehen. Der Täter kann in aller Ruhe beobachten, statt zu raten. Und im Gegensatz zur Nacht ist ein Fussgänger am frühen Abend völlig unauffällig – niemand fragt sich, was jemand um 18 Uhr im Quartier zu suchen hat.
Die typischen Einstiegsstellen bleiben über die Jahre gleich: Terrassen- und Balkontüren, Fenster im Erdgeschoss, gekippte Fenster, Kellerfenster und Nebeneingänge. Die Aufmerksamkeit gehört genau dorthin.
10 Massnahmen für die dunklen Monate
Anwesenheit simulieren
- Zeitschaltuhren für Innenlicht. Zwei bis drei Lampen in unterschiedlichen Räumen, mit versetzten Zeiten und Zufallsfunktion. Das ist die günstigste wirksame Massnahme überhaupt.
- Rollläden nicht tagelang unten lassen. Dauerhaft geschlossene Rollläden signalisieren Abwesenheit deutlicher als offene. Nutzen Sie eine Zeitsteuerung, die dem üblichen Rhythmus folgt.
- Briefkasten leeren lassen. Ein überquellender Briefkasten ist bei längerer Abwesenheit das klassische Signal. Nachbarn oder Familie einbinden.
Das Objekt härten
- Fenster nie gekippt lassen. Ein gekipptes Fenster gilt sicherheitstechnisch als offen – auch im ersten Stock, wenn eine Leiter oder ein Vordach in der Nähe ist. Das betrifft auch das kleine Badezimmerfenster.
- Mechanik prüfen. Pilzkopfverriegelungen, abschliessbare Fenstergriffe und stabile Beschläge kosten wenig und verlängern die Aufbruchzeit erheblich. Mechanik zuerst, Elektronik danach.
- Aufstiegshilfen wegräumen. Leitern, Gartenmöbel, Container und Baumaterial gehören im Winter weg von der Fassade.
Sichtbarkeit erhöhen
- Bewegungsmelder-Licht rund ums Haus. Vor allem an der Rückseite und bei Nebeneingängen. Licht stört Täter, weil es Aufmerksamkeit erzeugt.
- Sichtschutz zurückschneiden. Hohe Hecken vor Fenstern schützen die Privatsphäre – und den Täter. Ein Kompromiss auf Hüfthöhe ist meist möglich.
Umfeld und Verhalten
- Nachbarschaft aktivieren. Gegenseitig Bescheid geben bei Abwesenheit, Autos in der Einfahrt parkieren lassen, hinschauen bei fremden Personen. Funktionierende Nachbarschaft ist statistisch eine der wirksamsten Präventionen.
- Keine Abwesenheit in sozialen Medien. Ferienbilder erst nach der Rückkehr posten, keine Abwesenheitsangaben in öffentlichen Profilen, Standortfreigaben prüfen.
Ergänzend, wenn das Budget es zulässt: eine Aussenhautüberwachung. Sie meldet den Öffnungsversuch an Fenster oder Tür, bevor jemand im Raum steht – der grösste Unterschied zu einer reinen Innenraumlösung. Details unter Alarmanlagen.
Was eine Alarmanlage leistet – und was nicht
Ehrlich bleiben hilft hier mehr als jedes Verkaufsargument.
Was sie leistet: Sie verkürzt die Zeit zwischen Tat und Reaktion drastisch. Sie stört den Täter im entscheidenden Moment – lauter Innensignalgeber und Aussensirene führen häufig zum Abbruch. Sie alarmiert bei Aufschaltung eine 24/7-Notrufzentrale, die den Ablauf übernimmt, auch wenn Sie in den Ferien sind. Und sie dokumentiert, wann was ausgelöst hat, was für Polizei und Versicherung relevant ist.
Was sie nicht leistet: Sie verhindert das Aufhebeln nicht. Ein schwaches Fenster bleibt ein schwaches Fenster – deshalb immer zuerst die Mechanik. Sie ersetzt keine Videoaufzeichnung, wenn Sie wissen wollen, wer da war; dafür braucht es Kameras. Und sie nützt nichts, wenn sie nicht scharf geschaltet wird. Genau deshalb ist Bedienkomfort ein Sicherheitsmerkmal: Eine Anlage, die sich per App oder Badge in zwei Sekunden aktivieren lässt, wird auch benutzt.
Wann Sie die Polizei rufen sollten
Bei verdächtigen Personen im Quartier gilt: 117 wählen. Nicht erst, wenn etwas passiert ist. Die Polizei nimmt solche Meldungen ausdrücklich entgegen.
Typische Anlässe: Personen, die Häuser fotografieren oder Klingelschilder abgehen. Fahrzeuge, die mehrfach langsam durch die Strasse fahren. Jemand, der an einer Terrassentür hantiert. Unbekannte, die «einen Namen suchen», den es im Quartier nicht gibt.
Sprechen Sie niemanden an und verfolgen Sie niemanden. Merken Sie sich Statur, Kleidung, Sprache, Fluchtrichtung und Kennzeichen. Ist ein Einbruch bereits geschehen, hilft unsere Checkliste für die ersten 48 Stunden weiter.
Kostenloser Sicherheitscheck vor der dunklen Jahreszeit
Der beste Zeitpunkt für eine Nachrüstung ist der September – vor dem Anstieg im Oktober. Wir schauen uns Ihr Objekt kostenlos und unverbindlich an, benennen die tatsächlichen Schwachstellen und priorisieren, was zuerst dran ist. Häufig sind das ein paar hundert Franken Mechanik und eine Zeitschaltuhr, nicht gleich eine Vollanlage.
Wir sind in der ganzen Region unterwegs, unter anderem in Frick, Möhlin und Olten. Termin unter 062 877 17 88 oder über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Richtwerte und ersetzen keine individuelle Beratung. Alarmcon-Team, Frick · Aktualisiert am 03.09.2026