Funk- oder Kabel-Alarmanlage: Was passt zu Ihrem Haus?

    Aktualisiert am 03.09.20269 Min. LesezeitAlarmcon GmbH, Frick

    «Funk oder Kabel?» ist die wichtigste Grundsatzentscheidung bei der Planung einer Alarmanlage – und die, bei der am meisten Unsinn erzählt wird. Kabel gilt als Goldstandard, Funk als bequeme Lösung für Bestandsbauten. Beides stimmt, aber die Details entscheiden. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede so, wie wir sie Kundinnen und Kunden am Küchentisch erklären: mit den echten Vor- und Nachteilen beider Seiten und ohne Produktewerbung.

    Wie die beiden Bauarten funktionieren

    Kabelgebundene Anlage

    Jeder Melder – Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakt, Glasbruchsensor – ist über eine eigene Leitung mit der Zentrale verbunden. Die Leitung führt gleichzeitig Strom und meldet den Status. Wird ein Kabel durchtrennt oder kurzgeschlossen, erkennt die Zentrale das sofort als Sabotage. Die Verkabelung läuft idealerweise in Leerrohren, die bereits im Rohbau gesetzt werden.

    Funk-Anlage

    Hier kommunizieren die Melder per Funk mit der Zentrale, jeder Melder trägt seine eigene Batterie. Moderne Systeme arbeiten mit verschlüsseltem, bidirektionalem Funk: Die Zentrale fragt die Melder in kurzen Intervallen ab und merkt innerhalb von Minuten, wenn ein Melder nicht mehr antwortet. Die Funkstrecke selbst ist überwacht – Störsender, sogenanntes Jamming, lösen bei hochwertigen Systemen einen Alarm aus.

    Hybrid

    In der Praxis häufig die beste Lösung: Die Kernkomponenten und das Untergeschoss sind verkabelt, weil dort ohnehin Kabelwege vorhanden sind, während der Dachstock oder ein späterer Anbau per Funk angeschlossen wird. Beide Welten lassen sich in derselben Zentrale betreiben.

    Vor- und Nachteile im ehrlichen Vergleich

    Installation

    Kabel: Im Neubau unkompliziert – die Leerrohre werden vom Elektriker mitgelegt. Im bestehenden Haus hingegen aufwendig: Schlitze, Kanäle, möglicherweise Malerarbeiten. Funk: Montage meist an einem Tag, ohne Eingriff in die Bausubstanz. Für Altbauten, denkmalgeschützte Objekte und Mietwohnungen oft die einzige praktikable Variante. Mehr dazu im Beitrag zur Alarmanlage in der Mietwohnung.

    Störanfälligkeit

    Kabel: Kaum störanfällig, solange die Verkabelung sauber ist. Funk: Stahlbetondecken, Metalltrennwände und grosse Distanzen können die Funkabdeckung reduzieren – deshalb gehört vor jeder Installation eine Funkfeldvermessung dazu. Professionelle Systeme zeigen die Empfangsqualität pro Melder an.

    Batterien

    Der Klassiker gegen Funk: Batterien. Fakt ist, dass moderne Lithium-Batterien Richtwert 5 bis 8 Jahre halten und die Anlage rechtzeitig meldet, welcher Melder gewechselt werden will. Im Wartungsvertrag ist der Wechsel inklusive. Kabelmelder brauchen diese Pflege nicht.

    Sabotageschutz

    Kabel: Jede Leitung ist überwacht, eine Durchtrennung löst sofort aus. Funk: Gute Systeme überwachen jede Funkverbindung kontinuierlich und erkennen Jamming. Billigsets tun das nicht – hier liegt der echte Qualitätsunterschied, nicht im Prinzip Funk an sich.

    Erweiterbarkeit

    Funk: Ein zusätzlicher Melder ist in Minuten angemeldet – ideal, wenn ein Anbau dazukommt oder sich die Nutzung ändert. Kabel: Erweiterungen sind möglich, brauchen aber wieder einen Kabelweg.

    Kosten

    Als Richtwerte für ein Einfamilienhaus: fertig installierte Funkanlage CHF 2'500 bis 6'000, verdrahtete Anlage im Neubau CHF 5'000 bis 10'000. Details und was eine seriöse Offerte enthält, stehen im Beitrag zu den Kosten einer Alarmanlage.

    Die Entscheidung nach Ihrer Situation

    Neubau oder Rohbau → Kabel

    Solange die Wände offen sind, ist Verkabelung die richtige Wahl: einmal gelegt, Jahrzehnte wartungsarm. Sprechen Sie das Thema spätestens bei der Elektroplanung an – nachträglich Leerrohre setzen ist unverhältnismässig teuer.

    Altbau, Denkmalschutz, Mietwohnung → Funk

    Überall dort, wo geschlitzt und gebohrt nicht oder nur eingeschränkt in Frage kommt, ist eine professionelle Funkanlage die sinnvolle Lösung. In denkmalgeschützten Häusern, etwa in den Altstädten von Zofingen oder Solothurn, ist das fast immer der Fall.

    Bestandsbau mit offenen Kabelwegen → Hybrid prüfen

    Hat das Haus Leerrohre, einen gut zugänglichen Keller oder laufen ohnehin Renovationen, lohnt sich die Frage nach einer Hybridlösung: Kabel dort, wo es einfach geht, Funk dort, wo es aufwendig wäre.

    Ein vertiefter Vergleich mit Tabellen und Kostenrechnung steht im grossen Funk-gegen-Draht-Vergleich.

    Diese Fragen stellen Sie jedem Installateur

    • Welche Fabrikate und Typen verbauen Sie? Eine Offerte ohne Modellbezeichnung ist nicht vergleichbar.
    • Ist der Funk verschlüsselt und bidirektional? Und: Erkennt das System Jamming?
    • Wie ist die Funkfeldvermessung organisiert? Wird vor der Montage gemessen oder einfach montiert und gehofft?
    • Wie lange halten die Batterien, und wer wechselt sie? Ist der Wechsel im Wartungsvertrag enthalten?
    • Ist die Anlage aufschaltbar? Kann sie auf eine 24/7-Notrufzentrale aufgeschaltet werden, und was kostet das pro Monat?
    • Wie sieht die Meldeliste aus? Welcher Melder kommt wohin – und warum genau dorthin?
    • Wer kommt bei einer Störung, und in welcher Frist?

    Ein seriöser Installateur beantwortet alle diese Fragen schriftlich. Wer ausweicht oder nur mit einem Gesamtpreis argumentiert, kalkuliert Nachträge ein.

    Drei verbreitete Bedenken – kurz eingeordnet

    «Funk lässt sich stören.» Das stimmt für Billigsets ohne Funküberwachung. Professionelle Systeme überwachen jede Verbindung kontinuierlich und erkennen Störsender; ein Jamming-Versuch löst Alarm aus statt die Anlage lahmzulegen.

    «Kabel ist immer besser.» Nur wenn der Kabelweg sauber machbar ist. Eine im Altbau mühsam nachträglich verkabelte Anlage ist nicht sicherer als eine fachgerecht vermessene Funkanlage – sie ist nur teurer.

    «Batterien fallen genau dann aus, wenn es zählt.» Die Anlage meldet schwache Batterien Wochen im Voraus, pro Melder einzeln. Wer den Wartungsvertrag hat, muss sich um nichts kümmern.

    Mit welchen Systemen wir arbeiten

    Der Vollständigkeit halber: Wir installieren überwiegend Anlagen von Jablotron und Telenot. Jablotron ist ein tschechischer Hersteller mit sehr starker Funktechnik und ausgereifter App-Bedienung, Telenot ein deutscher Hersteller mit langer Tradition in verkabelten und hybriden Anlagen, auch für anspruchsvolle Gewerbeobjekte.

    Wir erwähnen die Namen bewusst, damit Sie wissen, womit wir arbeiten – nicht als Produktewerbung. Entscheidend ist nie das Fabrikat, sondern dass die Anlage auf Ihr Objekt ausgelegt, sauber installiert, aufgeschaltbar und gewartet ist. Beide Hersteller erfüllen die genannten Anforderungen an Sabotageschutz und Aufschaltung; welches System in Ihrem Haus passt, klären wir beim kostenlosen Sicherheitscheck vor Ort. Wir sind von Frick aus schnell da, unter anderem in Brugg und Sissach. Telefon 062 877 17 88.

    Häufige Fragen

    Alle Zahlen in diesem Beitrag sind Richtwerte und ersetzen keine individuelle Beratung. Alarmcon-Team, Frick · Aktualisiert am 03.09.2026